Der Stab dreier Batail­lone, G Bat 23, Stab­s­bat 4 und Inf Bat 65, ver­sam­melt zur Befehlsausgabe.

Es ist 1800 Uhr – in ein­er Mil­itäran­lage in St. Gallen haben sich das höhere Kad­er drei Batail­lone und aus­gewählte helfende Hände für die SU FEROX ver­sam­melt. Unser Batail­lon­skom­man­dant Ober­stlt Sven Roth, sein Stel­lvertreter Ober­stlt Philipp Schoch und die Chefs der FGG 1–6 sitzen ver­sam­melt mit der Führungsebene der anderen Batail­lone und der Übungsleitung an einem Rap­port in ein­er zum Rap­por­traum umfunk­tion­ierten Lager­halle. Der Kom­man­dant Ter­ri­to­r­i­al Divi­sion 4, Divi­sionär Willy Brülisauer, informiert über die Lage. Haupt­the­ma war der Auf­trag an unsere Batail­lone und was von uns erwartet wird. Während des Brief­in­gs wird aufmerk­sam zuge­hört und sich Noti­zen gemacht. Ziel dieser anderthalb Tage ist es, aus dem Befehl der Divi­sion an unsere Truppe einen Ein­satzbe­fehl auf Stufe Batail­lon zu erar­beit­en, der wiederum an die Ein­heit­skom­man­dan­ten weit­er­be­fohlen wird, um in der Woche 3 die Übung «FEROX» ein­wand­frei und den Erwartun­gen entsprechend durch­führen zu können.

Nach dieser kleinen Ein­führung, der Befehlsaus­gabe der Divi­sion, fol­gte dann auch schon die Vor­bere­itung auf die Ini­tial­isierung. Rap­porte und Slides mussten vor­bere­it­et und aus­ge­druckt wer­den, und erste Erken­nt­nisse aus der Befehlsaus­gabe wur­den aufgenom­men und ver­ar­beit­et, um einen effizien­ten Rap­port zu ermöglichen.

Initialisierung

Am Ini­tial­isierungsrap­port wer­den schon die ersten Erken­nt­nisse aus der Befehls­ge­bung the­ma­tisiert. Unter anderem die Prob­le­mer­fas­sung des Kom­man­dan­ten in ein­er Entwurfs­fas­sung: Teile des Befehls, die sich nach dem ersten Hören schon als Prob­leme erkennbar machen, die in der Aktion­s­pla­nung aktiv ent­ge­gengear­beit­et wer­den muss. Im Ini­tial­isierungsrap­port wer­den fol­gende Trak­tanden behandelt:

  • Vorstel­lung der Prob­le­mer­fas­sung (Kdt)
  • Syn­chro­ma­trix (Kdt Stv)
  • Risiko­man­age­ment (Kdt Stv)
  • Sofort­mass­nah­men und Pen­den­zen (S1)

In der Syn­chro­ma­trix (ein Zeit­plan für die einzel­nen Fach­funk­tio­nen) und dem Risiko­man­age­ment kommt der Kom­man­dant-Stel­lvertreter zu Wort. Als Stab­schef ist es seine Auf­gabe den Stab zu organ­isieren und zu führen – weshalb die Präsen­ta­tion des Zeit­plans auch seine Auf­gabe ist. Im Risiko­man­age­ment geht es darum allen Stab­smi­tar­beit­ern die Risiken und deren Wahrschein­lichkeit aufzuzeigen, die es in den Konzepten zu beacht­en gilt. Mit Sofort­mass­nah­men wer­den Arbeitss­chritte oder Aktio­nen definiert, die am Rap­port oder direkt im Anschluss gemacht wer­den kön­nen. Das kann eine Def­i­n­i­tion sein, die man fes­tle­gen kann, oder ein Entschluss, der dem gesamten Stab weit­er­hil­ft, um effizient weit­er­ar­beit­en zu können.

Der Ini­tial­isierungsrap­port in unserem Stab wurde zügig und effizient abge­hal­ten – das hat auch die Übungsleitung betont. Doch wurde auch noch ein­mal darauf hingewiesen in der Prob­le­mer­fas­sung und im Risiko­man­age­ment gewisse geg­ner­ische Ele­mente und Prob­lematiken nochmals genauer zu beleucht­en und zu präzisieren. Da bei­de Teile nur als Entwurf im Rap­port behan­delt wur­den, war das dem Stab bere­its bewusst.

Das Team des FGG 2 – ver­sam­melt um den S2, Hptm Michael Stock­er – bei der Analyse des Einsatzraums. 

Doch was waren Punk­te aus der Prob­le­mer­fas­sung des Kom­man­dan­ten? Sich­er ist, dass gewisse Erkun­dun­gen im Feld in Zusam­me­nar­beit mit dem Inf Bat 65 stat­tfind­en müssen. Immer­hin ist bis zur Erstel­lung der Brück­en­sys­teme der Schutz durch die Infan­terie von Nöten – was natür­lich nicht bedeutet, dass wir kopf­los in den Ein­satz dür­fen. Ger­ade irreg­uläre Kräfte wer­den uns an der Übung fordern – Sie wer­den nicht die Infan­terie angreifen, son­dern die Motor­fahrer, Die Bau­maschi­nen­führer und die Sappeure… die Arbeit­splätze müssen also gut vertei­digt werden.

Bis tief in die Nacht wurde an Konzepten gear­beit­et und auf Plä­nen eingeze­ich­net, was aus dem Befehl ent­nom­men wer­den kon­nte. Für eine kurze Nacht ging es dann zurück, um am näch­sten Mor­gen noch vor 7 Uhr mit dem Ori­en­tierungsrap­port zu starten.

Orientierungsrapport

Während des Ori­en­tierungsrap­ports geht es darum, alle Stab­smi­tar­beit­er und Teil­nehmer des Rap­ports auf densel­ben Wis­sens­stand zu brin­gen. Dieses Jahr speziell ist, dass auf­grund des Auf­trags schon Verbindung­sof­fiziere der anderen Batail­lone teil­nehmen, um uns ihre Inputs zu geben und unsere Sicht der Dinge zu sehen.

Der Batail­lon­skom­man­dant – Ober­stlt Sven Roth – bei der Präsen­ta­tion sein­er Prob­le­mer­fas­sung beim Initialisierungsrapport.

Die in der Ini­tial­isierung vorskizzierte Prob­le­mer­fas­sung des Kom­man­dan­ten wurde von diesem noch ein­mal präsen­tiert. Dieses Mal jedoch um einiges detail­liert­er und mit her­aus­geschäl­ten Kon­se­quen­zen, die wiederum zu Pen­den­zen für den Stab geführt haben.

Danach hat­te das Team des S2 das Wort, um über die Gegen­seite und die Risiken für den Ein­satz zu informieren. Dazu gehören zum einen Infor­ma­tio­nen des Nachrich­t­en­di­en­stes, zu den geg­ner­ischen Mit­teln im Ein­satzraum, zum anderen Gefahren und Ein­schränkun­gen durch Gewäss­er, Strassen (mögliche Sper­rung durch den Geg­n­er) und über­baute Gebi­ete (ver­steck­te Aktio­nen, enge Platzver­hält­nisse, Anschläge).

Nach der Präsen­ta­tion des S2 (Chef Nachrich­t­en­di­enst im Stab G Bat 23) war der S3 (Chef Ein­satz, G Bat 23) an der Rei­he. Präsen­tiert wurde was der Auf­trag für das G Bat 23 in dieser Lage ist – die einzel­nen Teilaufträge wur­den her­aus­geschält und präsen­tiert. Nach­dem der Batail­lon­skom­man­dant durch die Präsen­ta­tio­nen des S2 und S3 ein detail­liert­eres Bild der Lage bekom­men hat (der restliche Stab natür­lich auch), präsen­tierte der S3 die Syn­chro­ma­trix, die den Gesam­tauf­trag in einem aufgeteil­ten Zeit­strahl präsen­tiert. Natür­lich war diese Syn­chro­ma­trix zu diesem frühen Zeit­punkt noch in der Entwurf­sphase, war aber eine gute Diskussionsgrundlage.

Unser Kom­man­dant Stel­lvertreter – Ober­stlt Philipp Schoch – bei der Durch­sicht des aus­ge­druck­ten EIn­satzbe­fehls der Division.

Der Stab hat­te zu diesem Zeit­punkt den Wis­sens­stand untere­inan­der abgeglichen. Der näch­ste Punkt auf der Trak­tanden­liste war dann die Auf­trags­analyse des Batail­lon­skom­man­dan­ten, in dem aus Sicht der Kom­man­dan­ten Kon­se­quen­zen aus dem Befehl her­aus­geschält wur­den, was wiederum zu Pen­den­zen auf der stetig wach­senden Pen­den­zen­liste führte. Punk­te aus der vor­ange­gan­genen Präsen­ta­tion führen im Zuge der Auf­trags­analyse zu Hand­lungsrichtlin­ien für die Konzepte – Hand­lungsrichtlin­ien sind Leit­planken für die Pro­duk­te der Stab­smi­tar­beit­er, die unbe­d­ingt beachtet wer­den müssen, um als Pro­duk­te für den Ein­satz zuge­lassen zu sein.

Beurteilungsrapport

Nach diversen Absprachen zur Präzisierung mit den anderen Batail­lo­nen fand dann der Beurteilungsrap­port statt. An diesem wur­den die Kon­se­quen­zen präsen­tiert, die durch die Lage ROT (Geg­n­er) für uns als Batail­lon (BLAU) entste­hen. Beispiele dafür sind: Über­fälle auf unsere Truppe möglich; Angriffe auf der Ver­schiebung möglich; Übergänge/Strassen die block­iert wer­den kön­nen; Aufk­lärung die betrieben wird. Nach der Präsen­ta­tion der Gegen­seite sind dann die Kon­se­quen­zen BLAU an der Rei­he, die aufzeigen wie wir auf diese Gefahren reagieren wer­den und was unser Schlüs­sel­gelände ist. Ein Schlüs­sel­gelände ist ein Raum im Ein­satzge­bi­et, der essen­ziell für unsere Ein­satzer­fül­lung ist. All diese Aspek­te wer­den dem Kom­man­dan­ten und dem Stab präsen­tiert und informieren den Kom­man­dan­ten insoweit, dass er danach die Hand­lungsrichtlin­ien fes­tle­gen kann. Hand­lungsrichtlin­ien sind Aspek­te die ein möglich­er Ein­satz haben MUSS, um als gültige Lösung ange­se­hen zu wer­den, denn nach diesem Rap­port geht es in die Erstel­lung der Vari­anten für den Ein­satz, die als Grund­lage für den Ein­satzbe­fehl auf unser­er Stufe die Grund­lage bilden.

Der Verbindung­sof­fizier (und Kom­man­dant Stel­lvertreter) des Inf Bat 65, bringt seine Sicht der Dinge in unseren Rap­port ein.

Präsentation der Varianten und Abschluss

Es wurde wieder zwei Stun­den Arbeit investiert seit dem let­zten Rap­port – in der «Präsen­ta­tion der Vari­anten» geht es darum, dass der S3 dem Kom­man­dan­ten eine Auswahl an möglichen Ein­satzszenar­ien präsen­tiert, die der Erfül­lung des Auf­trags dienen. In unserem Fall wur­den drei Vari­anten eines Ein­satzes präsen­tiert die sich in wesentlichen Punk­ten unter­schei­den, aber im unge­fähren Ablauf gle­ich sind – auf­grund unseres Bestandes sind wir da rel­a­tiv eingeschränkt.

Zwei der Vari­anten wur­den dann auser­wählt, um weit­er präzisiert zu wer­den. Am Ende gab es dann nur noch eine, die schlussendlich als Befehl ver­packt an die Ein­heit­skom­man­dan­ten befohlen wer­den wird.

Nach anstren­gen­den 36 Stun­den wurde entsch­ieden – der Stab wurde in die Erar­beitung der Fach­di­en­stkonzepte geschickt, mit der aus­gewählten Vari­ante des S3 als Grund­lage. Einige Konzepte kön­nen erst dann begonnen wer­den, wenn der Ein­satz bere­its fest­ste­ht (wie zum Beispiel das Logistikkonzept).